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Wie gelingt Veränderung in der Verwaltung? Welche Ideen funktionieren bereits heute in der Praxis? Und wie können wir voneinander lernen?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 45 Führungskräfte, Mitarbeitende und Veränderungsgestalter:innen aus Verwaltungen und öffentlichen Organisationen aus ganz Deutschland beim Zukunftstag Verwaltung 2026 in Tübingen. Unter dem Motto „Geht doch! So beschreitet die Verwaltung neue Wege.“ begaben sich die Teilnehmenden auf eine symbolische Seereise, die als roter Faden durch den Tag führte. Sie bot Orientierung für die gemeinsame Auseinandersetzung mit Veränderung, neuen Wegen und dem eigenen Kurs. Im Mittelpunkt standen Inspiration, Austausch und konkrete Impulse für die Umsetzung.
Der Tag zeigte eindrucksvoll: Die Herausforderungen sind vielerorts ähnlich. Digitalisierung, Fachkräftemangel, demografischer Wandel und der Einsatz künstlicher Intelligenz verändern die öffentliche Verwaltung grundlegend. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie viel Innovationskraft bereits heute in Behörden, Kommunen und öffentlichen Einrichtungen steckt. Nicht abstrakte Zukunftsvisionen standen im Mittelpunkt, sondern konkrete Erfahrungen, die Mut machen und zum Nachahmen anregen.

Praxisbeispiele, die Veränderung erlebbar machen
Im Mittelpunkt des Zukunftstags standen die Finalist:innen des Awards „Neue Wege in der Verwaltung“. Aus zahlreichen Bewerbungen öffentlicher Organisationen aus ganz Deutschland hatte die Jury besonders innovative und wirksame Projekte ausgewählt. In Tübingen präsentierten die Finalist:innen ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren.
Die Praxisbeispiele gaben Orientierung und zeigten, welche Routen sich auf dem Weg zur Veränderung bereits bewährt haben. Ein Impulsvortrag von Volker Zibulski von der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg zum Thema „Kulturwandel bei Digitalisierung & KI-Einsatz“ ergänzte das Programm und verdeutlichte die Bedeutung von Führung und Organisationskultur für erfolgreiche Veränderungsprozesse.

Preisverleihung Award „Neue Wege in der Verwaltung“ 2026
Den Höhepunkt dieses Programmteils bildete die anschließende Verleihung des Awards „Neue Wege in der Verwaltung“, mit dem mutige und wirksame Veränderungsprojekte ausgezeichnet wurden. Die vorgestellten Initiativen machten anschaulich, wie unterschiedlich Innovation in der Verwaltung aussehen kann und wie groß das Potenzial neuer Denk- und Arbeitsweisen ist.
Die Projekte „Recruiting First“ der Dataport AöR und „SAMOSEE-BW“ der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg wurden als Finalist:innen gewürdigt. Beide Projekte stehen beispielhaft für den innovativen Einsatz neuer Ansätze und Technologien in der Verwaltungsarbeit.

Einer der beiden Impulspreise ging an „Innovation durch Selbstorganisation“ der Projektwerkstatt von IT.NRW. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie ein in Eigenregie entwickeltes Organisationsmodell mit Marktplatzprinzip, iterativer Weiterentwicklung und konsequenter Wirkungssteuerung dazu beiträgt, deutlich mehr Projekte erfolgreich umzusetzen.

Der zweite Impulspreis ging an „Holzfinder.de“, eine Lösung, die den Brennholzkauf vollständig digitalisiert und sowohl Bürger:innen als auch Verwaltungen spürbar entlastet. Besonders beeindruckend: Das Projekt entstand zu großen Teilen aus persönlichem Engagement und Eigeninitiative weit über das eigentliche Tagesgeschäft hinaus.

Mit dem Hauptpreis wurde das Low-Code-Projekt Niederrhein ausgezeichnet, das Digitalisierung als Gemeinschaftsaufgabe versteht: Durch die Zusammenarbeit mehrerer Kommunen, die modulare Entwicklung und das Teilen von Lösungen über einen gemeinsamen Marktplatz entstehen innovative Anwendungen schneller, effizienter und kostengünstiger.

Der zweite Hauptpreis ging an das Projekt „New Work“ des Polizeipräsidiums Pforzheim. Mit über 20 speziell für die Anforderungen der Polizeiarbeit entwickelten und umgesetzten Maßnahmen zeigt es, wie moderne Arbeitsformen auch unter den besonderen Bedingungen der Polizei erfolgreich eingeführt werden können – viele davon galten zuvor als kaum vorstellbar. Im Mittelpunkt stand dabei stets die Frage, wie sich konkrete Verbesserungen für Organisation, Mitarbeitende und Leistungsfähigkeit erzielen lassen.

Eine vierköpfige Jury wählte die Preisträger:innen aus und würdigte ihre Projekte: Anja Theurer, Expertin für öffentliche Beschaffung und Transformation, Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, Prof. Dr. Nils Högsdal, Professor für Innovationsmanagement, und Dr. Wolfram von Schneyder, Geschäftsführer von VSC Team.
Nicht nur zuhören, sondern ins Handeln kommen
Der Zukunftstag war bewusst mehr als eine Vortragsveranstaltung. Wir als VSC Team konzipierten und moderierten Interaktions- und Transferphasen, in denen die Teilnehmenden die Impulse auf ihre Organisation übertrugen. Unser eigens entwickeltes Logbuch führte sie von der persönlichen Standortbestimmung über das Sammeln relevanter Impulse bis zu den Zielkoordinaten ihres Veränderungsvorhabens. Fragen zu Kurs, Wind, Crew und möglichen Ankern halfen ihnen zu klären, was sie anstoßen möchten, wen sie dafür brauchen und was sie noch hemmt. Ergänzend betrachteten sie ihre Organisation als System und reflektierten, an welchen Wesenselementen und Basisprozessen Veränderung ansetzen muss. So wurden aus Inspiration konkrete nächste Schritte.

Was wir über wirksame Veränderung gelernt haben
Wie gelingt Veränderung tatsächlich? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Zukunftstag. Während der Vorträge, Praxisberichte und Diskussionen sammelten die Teilnehmenden fortlaufend ihre wichtigsten „Hacks für wirksame Veränderung“. So entstand eine vielfältige Sammlung von Erfahrungen und Erfolgsrezepten – von Mut und Ausdauer über Transparenz und Beteiligung bis hin zu schnellem Ausprobieren und Lernen. Die Beiträge machten deutlich, dass erfolgreiche Transformation weniger eine Frage perfekter Konzepte als vielmehr eine Frage von Haltung, Zusammenarbeit und konsequentem Handeln ist.
Zukunft entsteht durch Zusammenarbeit
Neben den fachlichen Impulsen prägte der Austausch unter den Teilnehmenden den Zukunftstag. Sie knüpften Kontakte, teilten Erfahrungen und entwickelten Ideen organisationsübergreifend weiter. Mit Konzeption, Moderation und methodischer Begleitung schufen wir dafür einen verlässlichen Rahmen. Damit wurde erlebbar, wofür wir stehen: Zukunft entsteht durch Zusammenarbeit.

Die Reise geht weiter
Der Zukunftstag endete nicht mit dem letzten Programmpunkt. Im Herbst laden wir die Teilnehmenden zu einer digitalen Kursbestimmung ein. Dabei reflektieren sie ihre ersten Umsetzungsschritte, tauschen Erfahrungen aus und richten den Kurs für die nächsten Etappen neu aus. So begleiten wir den Transfer in den Arbeitsalltag über den Veranstaltungstag hinaus.
Unser herzlicher Dank gilt allen Referent:innen, Teilnehmenden, Jurymitgliedern, Projektteams und Unterstützer:innen, die den Zukunftstag Verwaltung 2026 möglich gemacht haben. Gemeinsam haben sie gezeigt, wie viel Gestaltungswille, Innovationskraft und Zukunftsorientierung in der öffentlichen Verwaltung steckt.

Zukunftstag Verwaltung und Award 2027
2027 geht die Reise weiter: Der nächste Zukunftstag Verwaltung bietet erneut ehrliche Einblicke, inspirierende Praxisbeispiele und konkrete Impulse für Veränderung. Auch der Award „Neue Wege in der Verwaltung“ geht in eine neue Runde. Die Bewerbungsphase hat schon begonnen – innovative Projekte aus Verwaltung und Sozialwirtschaft können sich bis zum 28. Februar. 2027 bewerben.
Mehr Informationen zum Award finden Sie hier.
Denn die Zukunft der Verwaltung entsteht dort, wo Menschen voneinander lernen, Erfahrungen teilen und gemeinsam neue Wege gehen.



